Häufig
gestellte Fragen Was
ist Autogas? Als Autogas, Flüssiggas oder LPG
(Liquified Petroleum Gas) werden Mischungen aus Propangas (max.95 %) und Butangas
bezeichnet. Flüssiggas fällt als Koppelprodukt in der Raffinerie oder
direkt am Bohrloch, als so genanntes nasses Begleitgas an. Warum
wird Autogas auch als Flüssiggas bezeichnet? Mischungen aus Propan-
und Butangas können bereits bei niedrigen Drücken verflüssigt werden.
Diese Eigenschaft ist dafür verantwortlich, dass im Gegensatz zu Erdgas,
grosse Energiemengen auf kleinem Raum im Fahrzeug gespeichert werden können.
Ein Flüssiggasfahrzeug hat deshalb, bei gleicher Tankgrösse,
eine bis zu dreifache Reichweite im Vergleich zum Erdgasfahrzeug.
Was ist der Unterschied zwischen Erdgas und Flüssiggas? Erdgas
ist Methangas und Flüssiggas ist eine Mischung aus Propan- und Butangas.
Erdgas wird im Fahrzeug unter einem Druck von 200 - 250 bar gasförmig gespeichert.
Flüssiggas wird, wie der Name bereits zum Ausdruck bringt, in flüssiger
Form im Fahrzeug gespeichert. Flüssiggas ist vielen Leuten auch als Campinggas
als Gas im Feuerzeug bekannt. Darf ich mit meinem Flüssiggasfahrzeug
auch Erdgas tanken? Nein, auf keinen
Fall ! Erdgas wird, im Gegensatz zum Flüssiggas, unter dem
hohen Druck von 200 - 250 bar gespeichert. Der
Druck im Autogastank beträgt hingegen lediglich ca. 8 bar. Autogastanks sind
für die hohen Drücke nicht ausgelegt. Unterschiedliche Betankungsanschlüsse
am Fahrzeug schliessen Verwechslungen aber sicher aus. Welche
Fahrzeuge können auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden? Theoretisch
kann jedes Fahrzeug mit Benzinmotor nachgerüstet werden, Ausnahme: Benzinmotoren
mit Benzindirekteinspritzung. Können auch Dieselfahrzeuge
für den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden? Es gibt
eine Umrüstmöglichkeit für den Diesel-Autogas Zweistoffbetrieb.
Dabei wird ein Gas-Luftgemisch mit Hilfe des in den Brennraum eingespritzten Dieselkraftstoffs
gezündet. Dieses Verfahren wurde bereits in den 20er Jahren entwickelt. Diese
Technik ist zur Nachrüstung von dieselbetriebenen Personenkraftwagen wirtschaftlich
und ökologisch nicht sinnvoll. Die Nachrüstung von dieselbetriebenen,
leichten und schweren Nutzfahrzeugen wird wirtschaftlich interessant, wenn der
Dieselpreis mindestens um den Faktor 4 über dem Gaspreis liegt.
Können auch Fahrzeuge mit Benzindirekteinspritzung nachgerüstet
werden? Nein. Fahrzeuge mit Benzindirekteinspritzung (Mitsubishi GDI,
Citroen HPI, Peugeot HPI, Renault IDE, Toyota GDI, Volvo GDI und VW FSI) können
nicht für den Betrieb mit Autogas nachgerüstet werden. Motoren mit Benzindirekteinspritzung
sind Motoren mit innerer Gemischbildung. Das Benzin wird also direkt in den Brennraum
eingebracht. Somit kann man im Brennraum ein inhomogenes Kraftstoff-Luft Gemisch
erzeugen und den Motor somit teilweise entdrosseln, was zu einer Kraftstoffverbrauchsreduzierung
führt. Gasanlagen bringen das Gas in die Ansaugwege ein (äussere
Gemischbildung). Mit der äusseren Gemischbildung werden immer homogene Kraftstoff-Luftgemische
erzeugt. Die Umrüstung eines Motors mit Benzindirekteinspritzung ist somit
technisch nicht sinnvoll. Die Nachrüstung von Benzindirekteinspritzmotoren
ist immer mit hohen Verbrauchsnachteilen, schlechter Fahrbarkeit, schlechter Leerlaufqualität
und hohen Abgasemmissionen verbunden. Auch Schädigungen der Abgasreinigungsanlage
können nicht ausgeschlossen werden. Wie viel kostet
eine Nachrüstung? Die Kosten für eine Nachrüstung liegen
zwischen CHF 3'828.- (4 Zylinder) und CHF 4'931.- (8 Zylinder). Dies ist abhängig
von Motortyp (Zylinderanzahl, Baujahr, Motorleistung etc.) und Anordnung des Autogastanks.
Eine technisch sinnvolle Umrüstung für Fahrzeuge ab Modelljahr 2001
kann nicht unter CHF
3'828.- angeboten werden. Unsere Anlagen erfüllen die Reglementation UN
ECE R115. Sollte Ihr Fahrzeug nicht dabei sein, so können wir Ihnen
den etwas günstigeren Umbau nach der Reglementation UN ECE R67-01
anbieten. Hier muss aber ein Abgastest auf dem Rollenprüfstand gemacht werden.
Wie hoch ist die Ersparnis bei einer Autogasnachrüstung? Die
Wirtschaftlichkeit einer Autogasnachrüstung ergibt sich im Wesentlichen aus
den Nachrüstkosten, der Jahreslaufleistung und dem Kraftstoffverbrauch, mit
den damit verbundenen Treibstoffkosten. Der Preis für einen Liter Autogas
liegt in der Schweiz zwischen 0.95 CHF/ltr. und. 1.45 CHF/ltr. Aus
dem geringeren volumetrischen Energieinhalt ergibt sich im Autogasbetrieb ein
Mehrverbrauch von etwa 10 % - 15 %. Dies gilt ausschliesslich für Flüssiggas
nach der Norm EN 589. Manche Fahrer berichten auch von geringeren Mehrverbräuchen. Bei Umrüstkosten von CHF 3'800.00, einer Kilometerleistung
von 25'000 km und 9,5 ltr/100 km amortisiert sich die Gasanlage somit in etwas
mehr als 1,5 Jahren. Zudem
bieten Versicherungen Ökorabatt bis 25% an. Fragen Sie auch Ihr Strassenverkehrsamt
an, ob es in Ihrem Kanton Steuerliche Vergünstigungen gibt. Kann
ich nach einer Autogas-Umrüstung trotzdem noch mit Benzin fahren? Ja.
Umrüstungen auf Autogas sind in aller Regel bivalent'. Das bedeutet, der
Benzintank und die Reichweite im Benzinbetrieb bleiben unverändert. Die
Autogasanlage wird zusätzlich eingebaut. Mit Hilfe eines Kraftstoffwahlschalters
in der Armaturentafel, kann jederzeit von einem Kraftstoff auf den andern umgeschaltet
werden. Sollte Ihnen einmal ausnahmsweise keine Autogastankstelle zur Verfügung
stehen, können Sie Ihre Fahrt jederzeit im Benzinbetrieb fortsetzen.
Wo wird Autogas im Fahrzeug gespeichert? Autogas
wird in speziellen Tanks im Fahrzeug gespeichert. Diese werden entweder in der
Reserveradmulde untergebracht (Ersatzrad entfällt hierbei) oder in zylindrischen
Behältern die Idealerweise hinter der Rücksitzbank im Kofferraum montiert
werden. In Ausnahmefällen sind auch Sonderlösungen (z.B. integriert
im Fahrzeugboden) möglich. Ist Autogas sicher? Autogas
ist eher sicherer als herkömmliche Flüssigkraftstoffe wie Diesel oder
Benzin. Die Tanks zur Speicherung von Autogas sind sehr viel stabiler, als diejenigen
zur Speicherung von herkömmlichen Treibstoffen und sind zudem mit Sicherheitseinrichtungen
wie Überdruckventil und 80% Füllstop versehen. Das Entnahmeventil
am Autogastank wird automatisch geschlossen, wenn der Motor steht oder auch wenn
das Fahrzeug im Benzinbetrieb bewegt wird. Sehen
Sie auch den Bericht des ADAC. http://www.autogas-suisse.ch/ZDF-ADAC.pdf
Warum dürfen Autogastanks nur zu 80% gefüllt werden? Der
Autogastank benötigt immer ein Gaspolster um die Ausdehnung des flüssigen
Autogases bei Temperaturschwankungen zu ermöglichen. Die
automatische Füllstandsregelung beendet den Tankvorgang selbsttätig,
wenn die 80% (maximaler Füllstand) erreicht sind. Manipulationen an der Füllstandsregelung
sind gefährlich und können zu ungewolltem Gasaustritt führen.
Darf ich mit meinem Autogasfahrzeug auch in der Tiefgarage parken? Ja.
Das Verbot des Abstellens von Autogasfahrzeugen in Tiefgaragen wurde in Deutschland
bereits im Jahre 1988 mit der Mustergaragenverordnung aufgehoben und in fast allen
Bundesländern in Landesrecht umgesetzt. Einschränkungen gibt es lediglich
in Berlin, Bremen und Saarland. Wird die Motorleistung im
Flüssiggasbetrieb geringer? Die Motorleistung verringert sich
nur unwesentlich. In der Regel kann kein Unterschied festgestellt werden. Die
Leistungseinbussen liegen bei einer modernen Gasanlage in der Grössenordnung
von 1 bis 1,5 %. Im
Erdgasbetrieb hingegen muss mit Leistungseinbussen zwischen 10% und 20% gerechnet
werden. Dies liegt hauptsächlich begründet im geringeren Gemischheizwert
des Kraftstoffes Erdgas. Wie umweltschonend sind Autogasfahrzeuge? Autogas
bietet ein erhebliches Potential zur Reduzierung der Luftschadstoffe und der Treibhausgase.
Nach einer neutralen Studie des schweizerischen Umweltamtes BUVAL
wird den Gaskraftstoffen (Erdgas und Autogas) ein sehr gutes Ökoprofil bescheinigt. Natürlich
kann das gesamte Potential bei der Nachrüstung nicht immer ausgeschöpft
werden. Moderne Gasanlagen sind aber durchaus in der Lage, die EURO4
Grenzwerte deutlich zu unterschreiten, bei gleichzeitiger Reduzierung der Treibhausgase.
Wie erkenne ich eine moderne Gasanlage? Moderne Gasanlagen
arbeiten wie moderne Benzineinspritzsysteme. Das Gas wird zylinderindividuell
mittels Einblaseventilen (sequentielle Gaseinblasung oder Einspritzung) dosiert.
Anlagen mit zentraler Gasdosierung (Venturisysteme) sind nicht geeignet zur Umrüstung
von modernen Benzinmotoren. Wie erklärt sich der Mehrverbrauch
im Vergleich zum Benzinverbrauch? Grundsätzlich muss mit einem
volumetrischen Mehrverbrauch von 10 % bis 15 % gerechnet werden. Dies hängt
damit zusammen, dass der Energieinhalt von Autogas, bezogen auf das Volumen, ca.
15 % unter dem von Benzin liegt. Der Mehrverbrauch ist also kein Energiemehrverbrauch.
Ganz im Gegenteil. Messungen zeigen, dass der spezifische Energieverbrauch bei
Autogasfahrzeug sogar etwas unter dem vom Benzinfahrzeug liegt. Dies setzt natürlich
den Einsatz einer modernen und gut funktionierenden Autogasanlage voraus. Mit
zunehmendem Butananteil im Autogas (man redet dabei auch von Gemischen) sinkt
der volumetrische Mehrverbrauch etwas. Dies liegt darin begründet, dass der
Energieinhalt von Butan, im Vergleich zum Propan, etwas höher ist. Bei gleichem
Preis an der Tankstelle bekommen Sie also, wenn Sie Gemisch tanken, mehr Energie
fürs Geld. Die sinnvolle Grenze für Butanbeimischung liegt bei ca.
50%. Der höheren Energiedichte von Butan steht geringere Klopffestigkeit
und geringerer Dampfdruck bei tieferen Temperaturen entgegen. Kann
ich mein Fahrzeug selbst auf den Betrieb mit Autogas umrüsten? Nein.
Auf keinen Fall. Die Fahrzeugnachrüstung gehört ausschliesslich
in die Hand des zertifizierten Autogasfachbetriebs. Nur diese Betriebe sind sachkundig,
ausreichend geschult und technisch versiert um Autogasanlagen nachzurüsten.
Warum bieten die Fahrzeughersteller keine Autogasfahrzeuge ab
Werk an? In europäischen Ländern wie Frankreich, Italien,
Holland oder England werden durchaus einige Fahrzeugmodelle mit bivalentem Autogasantrieb
ab Werk angeboten. In diesen Ländern ist Autogas seit vielen Jahren stark
verbreitet. Ein Import dieser Fahrzeuge in die Schweiz ist grundsätzlich
möglich. Jedoch sollte im Vorfeld geklärt werden, inwieweit die jeweiligen
Vertragswerkstätten die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Autogasanlage
durchführen können. Zudem dürfen nur Autogasanlagen verbaut sein,
die nach den Reglementen ECE R67-01 oder ECE R110 geprüft wurden. |